Einige der auf Deutsch erschienenen Artikel:

"Übernommene Geld-Glaubensätze" (in Systemische AufstellungsPraxis 1/2005, PDF zum lesen HIER)

"Sprache und Land" (Über die Sprach-Aufstellungen, in Systemische AufstellungsPraxis 1/2006, PDF zum lesen HIER)

"Aufstellung von Geld-Glaubensätzen - Haben oder mehr haben"
(in: praxis der systemaufstellung 2/2007, PDF zum lesen HIER)

"Offene Aufstellungen" (in: praxis der systemstellung 2/2009, PDF zum lesen HIER)

Und hier finden sie noch weiteren Texte:

Die drei Stäbe
Ein Vater hatte drei Söhne. Natürlich waren die zerstritten...

Das zyklische Seelen-Konzept
Die vier Quadranten und einer Aufstellung, die mit ihnen arbeitet...

Aschenputtel 1
Das Vorwort zu dem 2014 in Prag erschienenen Buch...

Worte...

Von dem Wort "Wort" gibt es zwei Plurale: die Wörter und die Worte. Worte im Unterschied zu Wörtern sind kurze Sätze, Aussprüche, denen Menschen eine meist tiefere Bedeutung zumisst.
Ich nenne "die Worte" auch die kurzen und Spannung lösenden Sätze, die wir in den Aufstellungen gebrauchen. So zum Beispiel das Wort "Schade". Wie kein anderes kann es das Bedauern und gleichzeitig die verbleibende Liebe bei Trennungen zum Ausdruck bringen. Ein einiges Wort, zur rechten Zeit gesprochen und mit dem Blick auf den ehemaligen Partner. Ein einziges Wort, das schmerzt und löst.

Die Mythologische Wahrnehmung

Das ist exakt das, was uns heute fehlt. Was wir, in der heutigen digitalen, das heißt auf "ja-oder-nein" oder "wahr-oder-falsch" beschränkten Welt vermissen. Ich nenne die mytologische Wahrnehmung die heisenbergische Unschärfe, die leichte Verschwommenheit der Dinge, die Undefinierbarkeit der Realität, das, was die Rationalität transzendiert. Und was die unerträgliche Klarheit der Logik menschlicher macht.

Die Märchen haben es (noch). Oder die richtig erzählten Mythen. Oder ... die Aufstellung. Ist sie wahr? Kann sie es sein? Sie ist jedenfalls nicht falsch, sonst wäre diese Art der Arbeit nicht so populär. Aber sie zeigt uns nicht "die richtigere Realität", sonst wäre ich schon längst durch irgendeinen Geheimdienst entführt worden und hätte irgendwo in einem Gulag die Armeeheimlichkeiten der Gegenseite aufstellen müssen...

Mythologische Wahrnehmung erweitert lediglich unsere Realität um jene Dimension, die wir vernachlässigt haben. Deshalb ist sie so wichtig. Und deshalb sind alle Versuche, die Aufstellungsarbeit wissenschaftlich zu be- und ergründen völlig falsch. Man könnte solche Versuche vielleicht mit einer Syntax-Analyse von Rilke-Gedichten vergleichen. Sie gehen an der wichtigen Substanz, an dem Eigentlichen der Aufstellung völlig vorbei.

Die Multiple Wahrheit

Der zweite Pfeiler meiner Arbeit nach eben genannter mythologischen Wahrnehmung ist die "multiple Wahrheit". Jedes Mitglied einer Familie, einer Firma oder eines anderen Systems hat eine eigene Wahrheit, eine nicht anzweifelbare Sicht der Dinge. Sein Recht darauf muss gewürdigt bleiben.

Doch damit wir in diesem Netz der einzelnen Wahrheiten nach vorne kommen, damit das System als solcher handlungsfähig bleibt, treten diese partiellen Wahrheiten durch das wirken vom (hellingerischen) Gewissen, also duch eine vom Ganzen auf das Einzelne wirkende Kraft zurück. Dies geschieht in den Systemen zuerst völlig spontan und ohne bewusster Absicht.

Doch wenn wir erwachsen werden und damit zumindest teilweise aus den Zwängen des System-Gewissens heraustreten, müssen wir einen recht schwierigen Schritt tun: Beim gleichzeitigen Anerkennen der multiplen Wahrheiten der Anderen die eigene Wahrheit zu finden und danach zu handeln.